EUMETSAT hat sein Engagement gegenüber der afrikanischen meteorologischen Gemeinschaft in die Tat umgesetzt. Vor zwei Jahren wurde die erste PUMA-2025-Empfangsstation installiert; heute ist das gesamte Netzwerk aus 56 Stationen in Betrieb, und auch die Verarbeitungskette, die MTG-Daten in für Meteorologen verwertbare Produkte umwandelt, ist vollständig einsatzbereit.
Rund 150 Meteorologen, Wissenschaftler und Vertreter aus Ländern des gesamten Kontinents treffen sich derzeit in Eswatini zum fünftägigen Nutzerforum in Afrika, das von EUMETSAT und dem Wetterdienst von Eswatini organisiert wird. Ziel ist es, erste Erfahrungen mit der operativen Nutzung der MTG-Daten auszutauschen.
In vielen Teilen Afrikas gibt es nur wenige Wetterstationen, sodass Satelliten für Meteorologen häufig die umfassendste Informationsquelle darstellen. MTG liefert alle 10 Minuten ein neues Bild von Afrika – im Vergleich zu 15 Minuten bei der vorherigen Generation der Meteosat-Satelliten. Dadurch können Meteorologen sich schnell verändernde Wetterbedingungen, etwa die Entwicklung von Stürmen, früher und detaillierter erkennen. MTG bietet zudem Blitzbeobachtungen. Diese Erkenntnisse sind sowohl für die Warnung vor extremen Wetterereignissen wie schweren Stürmen und Blitzschlägen als auch für die frühzeitige Erkennung gefährdeter Gemeinschaften und Infrastrukturen von entscheidender Bedeutung.
Das Forum begann vor dem Hintergrund eines möglicherweise sehr starken El-Niño-Ereignisses, das voraussichtlich in weiten Teilen des Kontinents zu Überschwemmungen und Dürren führen und erhebliche Auswirkungen auf die Lebensgrundlagen haben wird. In den ersten Tagen begrüßten die Teilnehmer eine gemeinsame Erklärung, in der sie zuverlässige Satellitenbeobachtungen, wirksame Frühwarninstrumente sowie die Infrastruktur und Fachkompetenz forderten, um aus Daten Informationen zu gewinnen, die dabei helfen, Leben und Lebensgrundlagen zu schützen.
„MTG ist für Afrika kein Versprechen für die Zukunft mehr. Die Daten stehen jetzt Meteorologen auf dem gesamten Kontinent zur Verfügung“, sagt Phil Evans, Generaldirektor von EUMETSAT. „Da das Netzwerk von PUMA-Empfangsstationen nun vollständig eingerichtet ist, kann jeder afrikanische nationale Wetterdienst auf diese Beobachtungen der neuen Generation zugreifen. „Dies zeigt, was durch eine dauerhafte Partnerschaft zwischen der Kommission der Afrikanischen Union, der Europäischen Union, EUMETSAT und den afrikanischen Wetterdiensten erreicht werden kann.“
Wie die Daten die Nutzer erreichen
MTG-Daten und -Produkte werden über den EUMETSAT-Dienst EUMETCast-Africa an 56 Empfangsstationen bei nationalen Wetterdiensten und regionalen Zentren auf dem gesamten Kontinent verteilt. Die Stationen wurden zunächst im Rahmen des von der EU finanzierten ClimSA-Programms eingerichtet. Das Projekt „Strengthening Early Warning in Africa“ (SEWA) zur Stärkung der Frühwarnung in Afrika baut als zentraler Bestandteil des Weltraumpartnerschaftsprogramms Afrika-EU (AESPP) auf diesen Investitionen auf und trägt dazu bei, die afrikanischen Kapazitäten zur Auswertung von Satellitenbildern und zur Ausgabe von Frühwarnungen weiter auszubauen. SEWA wird von der Europäischen Union im Rahmen ihre „Global Gateway“ Strategie finanziert und gemeinsam von EUMETSAT, dem Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersagen (ECMWF) und der Kommission der Afrikanischen Union geleitet. Dabei arbeiten sie mit afrikanischen regionalen Klimazentren sowie nationalen Wetter- und hydrologischen Diensten zusammen.
Gestaltung zukünftiger Dienste
Im Laufe der Woche sprechen die Teilnehmer zudem über Frühwarnungen bei Unwettern, Klimadienstleiste, Hydrologie, Luftqualität sowie die Nutzung von Satellitendaten in der Landwirtschaft und im Bereich der erneuerbaren Energien.
EUMETSAT arbeitet seit mehr als drei Jahrzehnten mit afrikanischen Wetter- und hydrologischen Diensten in den Bereichen Satellitendaten und -produkte sowie bei der Schulung zu deren Nutzung zusammen. Die Ergebnisse des Forums werden die nächste Phase dieser Zusammenarbeit mitgestalten.
Erleben Sie MTG im Einsatz: In diesem Artikel erfahren Sie, wie Meteorologen in Sambia die Daten nutzen, um gefährliche Unwetter bereits während ihrer Entstehung zu verfolgen.