Wie repräsentativ sind unsere Parlamente? Politikwissenschaftlerin Lea Elsässer wirbt Emmy Noether-Gruppe ein
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Wie repräsentativ sind unsere Parlamente? Politikwissenschaftlerin Lea Elsässer wirbt Emmy Noether-Gruppe ein


Klassenrepräsentation und die Professionalisierung von Politik: Karriereverläufe und politische Ungleichheit in vergleichender Perspektive“ (“Class Representation and the Professionalization of Politics: Career Trajectories and Political Inequality in Comparative Perspective”, ClassRep) – so lautet der Titel der Forschungsgruppe von Lea Elsässer, die an der Goethe-Universität als Juniorprofessorin Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Vergleichende Demokratieforschung im europäischen Mehrebenensystem lehrt.

„Die Zusammensetzung der Parlamente hat sich stark verändert: Menschen mit Arbeiterhintergrund sind unterrepräsentiert, gleichzeitig gibt es immer mehr ‚Berufspolitiker‘ und ‚Berufspolitikerinnen‘ mit kaum Berufserfahrung außerhalb politiknaher Berufe“, sagt Lea Elsässer. Es sei dringend zu klären, welche Konsequenzen das für die politische Repräsentation haben kann. „Gerade vor dem Hintergrund hoher Unzufriedenheit mit der Politik gilt es besser zu verstehen, wie diese zunehmende Verengung beruflicher Hintergründe politische Entscheidungen und Prozesse verändert“, so Elsässer weiter. Neuere Forschungen hätten gezeigt, dass der Klassenhintergrund der Abgeordneten deren Verhalten prägt.

Lea Elsässer will es nun genauer wissen und erforscht mit ihrer neu eingeworbenen Emmy Noether-Gruppe, welche „Klassenerfahrungen“ die Wege ins Parlament und das Verhalten der politischen Eliten prägen – auch unter dem Aspekt unterschiedlicher Erfahrungen von Männern und Frauen. Anstatt den sozialen Hintergrund von Abgeordneten allein über Bildungsabschluss oder Beruf vor Eintritt ins Parlament zu erfassen, untersucht das Projekt gesamte Karriereverläufe. So kann analysiert werden, wie verschiedene Bildungs- und Berufswege sowohl die Chancen auf politische Ämter als auch das Verhalten im Parlament beeinflussen. In einem zweiten Schritt soll untersucht werden, inwiefern dies alles sich auf politische Entscheidungen auswirkt. Das Projekt läuft bis Mai 2032. Neben der Projektleitung in Person von Lea Elsässer beinhaltet das Projekt zwei Promotionsstellen und zwei Stellen für studentische Mitarbeitende. Die Förderung für die gesamte Laufzeit des Projekts beläuft sich auf 777.660 Euro.

Das Emmy Noether-Programm der Deutschen Forschungsgesellschaft eröffnet herausragend qualifizierten Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen in frühen Karrierephasen die Möglichkeit, sich durch die eigenverantwortliche Leitung einer Gruppe über einen Zeitraum von sechs Jahren für eine Hochschulprofessur zu qualifizieren. Bewerben können sich Postdocs und befristet beschäftigte Professorinnen und Professoren in einer frühen Phase ihrer wissenschaftlichen Karriere. Das Programm ist auf insgesamt sechs Jahre angelegt, nach drei Jahren muss ein Antrag auf Verlängerung gestellt werden. Der Preis erinnert an die bayerische Mathematikerin Amalie Emmy Noether (1882-1935), die grundlegende Beiträge zur Abstrakten Algebra und zur Theoretischen Physik lieferte.


Ein Porträt zum Download unter: https://www.uni-frankfurt.de/189063966

Bildtext: Prof. Lea Elsässer wird mit ihrer Emmy Noether-Gruppe erforschen, wie repräsentativ unsere Parlamente besetzt sind. (Foto: Uwe Dettmar)



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  • Prof. Lea Elsässer wird mit ihrer Emmy Noether-Gruppe erforschen, wie repräsentativ unsere Parlamente besetzt sind. (Foto: Uwe Dettmar/Goethe-Universität)
Regions: Europe, Germany, North America, United States
Keywords: Society, Grants & new facilities, Policy - society, Politics, Social Sciences

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