Wie viel Kontrolle wollen wir Künstlicher Intelligenz überlassen? Wann vertrauen wir Robotern? Und wie lassen sich digitale Systeme sicher und zugleich verständlich gestalten? Bei der Konferenz Mensch und Computer 2026 diskutieren Fachleute aus Wissenschaft und Praxis aktuelle Fragen der Mensch-Computer-Interaktion. Die größte europäische Konferenz des Fachgebiets bringt vom 30. August bis 2. September über 500 Teilnehmende auf dem Campus Duisburg der Universität Duisburg-Essen zusammen.
Unter dem Motto Transforming Interactions geht vier Tage lang darum, wie Menschen digitale Technologien nutzen und mitgestalten – und wie diese wiederum Arbeit, Kommunikation und gesellschaftliches Zusammenleben verändern. Gastgeber der Konferenz sind die Informatikprofessoren der Universität Duisburg-Essen (UDE), Dr. Stefan Schneegaß und Dr. Michael Prilla, sowie Dr. Max Pascher (UDE und TU Dortmund).
„Technischer Fortschritt entfaltet seinen Nutzen erst, wenn er sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert“, betonten Schneegaß und Prilla. „Auf der Mensch und Computer diskutieren wir deshalb nicht nur, was technisch möglich ist, sondern auch, wie digitale Systeme verständlich, zugänglich und alltagstauglich werden.“
Im Hauptprogramm widmet sich eine Session dem Verhältnis von Mensch und KI: Wie glaubwürdig wirkt KI etwa in der Wissenschaftskommunikation? Wie nehmen Menschen die „Persönlichkeit“ von Sprachmodellen wahr? Und führen Unternehmen KI womöglich auch aus Sorge ein, bei der Entwicklung den Anschluss zu verlieren?
Auch Sicherheit und Datenschutz werden betrachtet: Forschende untersuchen etwa, wie Menschen im Smart Home informierte Entscheidungen über ihre Daten treffen können und wie sich IT-Sicherheitsrisiken so vermitteln lassen, dass sie tatsächlich verstanden werden.
Eine weitere Session beschäftigt sich mit der Zusammenarbeit von Menschen und Robotern. Dabei geht es unter anderem darum, wie Vertrauen in Roboter entsteht und ob ein menschenähnliches Aussehen dabei überhaupt hilft. Ein eigenes Panel widmet sich dem Forschungsdatenmanagement in der Mensch-Computer-Interaktion und der Frage, wie Forschungsdaten langfristig zugänglich und wiederverwendbar gemacht werden können. An diesem bundesweiten Vorhaben ist die UDE federführend beteiligt.
In den Workshops werden aktuelle Fragen aufgegriffen: von der Steuerung von Rettungsrobotern und der Verantwortung von KI in kritischen Situationen bis zum Umgang mit Hassrede in sozialen Netzwerken. Auch die Folgen digitaler Selbstvermessung durch Fitnessuhren und Tracking-Apps werden kritisch beleuchtet.
In seiner Keynote am 31. August greift Informationsdesigner Kim Albrecht das Konferenzmotto auf. Der Professor der Folkwang Universität der Künste und Wissenschaftler an der Harvard University zeigt, wie Schnittstellen und Datenstrukturen unsere Arbeit, Kommunikation und Wahrnehmung prägen.
* Die Konferenz Mensch und Computer bringt seit 2001 Wissenschaft, Praxis und Industrie zusammen. Neben Vorträgen und Workshops umfasst das Programm Tutorials, Demonstrationen und Posterpräsentationen.