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Medica 2021: Eine bessere Haltung am Arbeitsplatz dank neuer Sensortechnik


Ob Schmerzen im Rücken, an Schultern oder Knien: Die falsche Haltung am Arbeitsplatz kann Folgen haben. Helfen kann ein Sensorsystem, an dem Forscher der TU Kaiserslautern und des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) arbeiten. Sensoren etwa an Armen, Beinen und Rücken ermitteln Bewegungsabläufe. Eine Software wertet die Daten aus. Über eine Smartwatch gibt das System dem Nutzer direkt Rückmeldung, damit er Bewegung oder Haltung korrigiert. Die Sensoren könnten in Arbeitskleidung und -schuhe eingebaut werden. Auf der Medizintechnikmesse Medica stellt das Forscherteam die Technik vom 15. bis 18. November am Forschungsstand Rheinland-Pfalz (Halle 3, Stand E80) vor.

In gebückter Haltung Bauteile zusammensetzen, regelmäßig schwere Kisten in Regale räumen oder am Rechner dem Kollegen noch schnell eine E-Mail schreiben – während der Arbeit achten die meisten Menschen nicht auf eine ergonomisch sinnvolle Haltung oder einen schonenden Bewegungsablauf. Folge können Rückenschmerzen sein, die durchaus mehrfach im Monat oder der Woche auftreten und sich über die Zeit zu chronischen Schmerzen entwickeln. Fehlhaltungen können aber auch an Hüfte, Nacken oder Knien zu dauerhaften Schmerzen führen.

Abhilfe kann künftig eine Technik schaffen, an der ein Forscherteam des DFKI und der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) derzeit arbeitet. Zum Einsatz kommen Sensoren, die einfach an verschiedenen Körperstellen wie Armen, Wirbelsäule und Beinen aufgebracht werden. „Diese messen unter anderem Beschleunigungen und sogenannte Winkelgeschwindigkeiten. Diese Daten werden im Anschluss von unserer Software verarbeitet“, sagt Markus Miezal von der Arbeitsgruppe wearHEALTH an der TUK. Daraus berechnet sie Bewegungsparameter wie zum Beispiel Gelenkwinkel an Arm und Knie oder den Grad der Beugung oder Verdrehung der Wirbelsäule. „Die Technik erkennt dabei sofort, wenn eine Bewegung falsch ausgeführt oder eine falsche Haltung eingenommen wird“, fährt sein Kollege Mathias Musahl vom Forschungsbereich Augmented Vision/Erweiterte Realität am DFKI fort.

Über seine Smartwatch soll der Nutzer direkt informiert werden, um seine Bewegung oder Haltung zu korrigieren. Die Forscher planen unter anderem, die Sensoren in Arbeitskleidung und -schuhe einzubauen. Interessant ist die Technik beispielsweise für Unternehmen in der Industrie, aber auch im Büroalltag am Schreibtisch kann sie helfen, mehr auf den eigenen Körper zu achten.

Die Arbeiten sind eingebunden in das Projekt BIONIC, das von der Europäischen Union gefördert wird. BIONIC steht für „Personalized Body Sensor Networks with Built-In Intelligence for Real-Time Risk Assessment and Coaching of Ageing workers, in all types of working and living environments“. Koordiniert wird es von Professor Didier Stricker, Leiter des Forschungsbereichs Augmented Vision/Erweiterte Realität am DFKI. Ziel ist es, ein Sensorsystem zu entwickeln, mit dem sich Fehlhaltungen und andere Belastungen am Arbeitsplatz reduzieren lassen.

Am Vorhaben beteiligt sind neben dem DFKI und der TUK: die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in Dortmund, das spanische Instituto de Biomechanica de Valencia, das Fundación Laboral de la Construcción, ebenfalls in Spanien, das Forschungszentrum Roessingh Research and Development an der Universität von Twente in den Niederlanden, das Systems Security Lab der griechischen Universität von Piräus sowie die Unternehmen Interactive Wear GmbH aus München, Hypercliq IKE aus Griechenland, ACCIONA Construcción S.A. aus Spanien und die Rolls-Royce Power Systems AG in Friedrichshafen.

Auf der Medica stellt das Team seine Technik vor.

Ein Video, das die Technik vorstellt, gibt es unter www.youtube.com/watch?v=9I42jk9DW7s&list=PLDH9f4-ea1weqsXH3E64XE-vRN9j8vMDW&index=5

Attached files
  • Die Technik soll helfen, die Haltung am Arbeitsplatz zu verbessern. Foto: DFKI
  • Das System gibt direkt Rückmeldung, wenn der Nutzer seine Haltung korrigieren soll. Foto: DFKI
Regions: Europe, Germany, Greece, Spain
Keywords: Applied science, Computing, Business, Knowledge transfer, Health, Medical, Well being, Science, Life Sciences

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