V-MUST.NET: Das Museum der Zukunft

Im Jahr 2014 jährt sich der Todestag von Augustus, dem Gründer des Römischen Reichs, zum zweitausendsten Mal. Eine einzigartige Ausstellung nimmt dies zum Anlass, um Europas neueste virtuelle Museumstechnologie zu präsentieren.

Augustus, der erste römische Kaiser, ist vor genau 2000 Jahren gestorben. Die Stadt Rom ehrt dieses Ereignis mit einer neuen Ausstellung über das Kaiserreich. "Keys to Rome" wird am 23. September, dem Geburtstag von Augustus, in Rom sowie gleichzeitig in drei weiteren Städten eröffnet. Dies ist jedoch mehr als eine weitere Ausstellung über die Stadt und ihre antike Geschichte. Ein europäisches Forschungsnetzwerk, bestehend aus Archäologen, Kunsthistorikern, Architekten, Computerwissenschaftlern und Kommunikationsexperten, nimmt diese Veranstaltung zum Anlass, neue virtuelle Museumstechnologien vorzustellen. Sie werden zeigen, wie diese Technologien in der Zukunft eingesetzt werden können, um die Besucher mit einzubinden.

AUSSTELLUNG IN VIER STÄDTEN ZUR SELBEN ZEIT: EIN NOVUM

Die Mitglieder von V-MUST.NET , dem Virtual Museum Transnational Network, kuratieren die Ausstellung Keys to Rome , die gleichzeitig in vier verschiedenen Städten, die die antiken Ecken des Römischen Reichs vertreten, organisiert wird. Alexandria in Ägypten (Bibliotheca Alexandrina) , Amsterdam (Allard Pierson Museum) , Sarajewo (Rathaus) und natürlich Rom (Museum der Römischen Kaiserforen).

"Die Organisation der Ausstellung in vier Städten gleichzeitig stellt eine große Herausforderung, wenn nicht sogar ein gewisses Risiko, dar. So etwas gab es bisher noch nicht", meint Sofia Pescarin , die Koordinatorin von V-MUST.NET.

Die römischen Sammlungen aus den 4 Museen werden bis Mai 2015 ausgestellt und über einen Stream aus neuen Apps und "immersiven" Technologien, die vonPartnern von V-MUST.NET entwickelt wurden, geteilt. Die in den vier Städten ausgestellten Gegenstände werden mithilfe von Computergrafik-Filmen, natürlichen Interaktionsinstallationen, Multimedia und mobilen Apps über eine digitale Reiseroute entdeckt.

Zwei Geschichtenerzähler begleiten den Besucher auf dieser Reise durch das Jahrhundert nach dem Ende des Römischen Reichs (6. Jahrhundert n. Chr.): ein alter Kaufmann und sein Neffe. Auf diese Weise erkundet der Besucher die Geheimnisse der Familie durch Gegenstände, die einst im Besitz ihrer Vorfahren waren, indem er die in den Gegenständen versteckten Geschichten mit den "Keys to Rome", also den Schlüsseln zu Rom, entsperrt. "Die digitale Erfahrung beginnt an diesem Punkt", sagt Sofia Pescarin. Weiter erklärt sie: "Auf ihrer Zeitreise müssen die Besucher diese Objekte im Museum mithilfe einer mobilen App mit dem Namen Matrix finden. Die App verbindet die Objekte in den vier Museen in einer Art Schatzsuche miteinander.

EIN SPAZIERGANG DURCH ROM VOR ZWEITAUSEND JAHREN

Jeder Besucher in einem der Museen ist in der Lage, das vom Fraunhofer Institut in Darmstadt entwickelte Programm Matrix kostenlos auf sein Smartphone herunterzuladen. Mit der App kann man eine Figur auswählen, die einen herumführt, Gegenstände entdecken sowie auf die vier Sammlungen zugreifen. Die App wird auf der Keys to Rome-Website zur Verfügung gestellt werden.

Zu den weiteren Tools gehört ein kabelloses RFID-System (Radio-Frequency Identification) im Allard Pierson Museum in Amsterdam, womit die Besucher Inhalte personalisieren können. In Rom verschafft die Walking Map den Besuchern den Eindruck mitten durch die Stadt zu spazieren – heute und vor 2000 Jahren. Mit der App Virtex können sie ein sensorgeladenes 3D-Bild des berühmten Altars Ara Pacis Augustae ausdrucken und über Berührungen des Ausdrucks interessante Informationen zum Altar erhalten. Das französische Forschungsinstitut INRIA entwickelte eine weitere Augmented-Reality-App mit dem Namen Nisar. Diese erlaubt es dem Besucher, zahlreiche Details zu einem Gegenstand zu erfahren, wenn er mit dem Finger darauf zeigt. Anschließend können die Besucher mithilfe von Admotum, einem Kinect-basierten Spiel, das mit Holobox, einem Manipulator für Hologramme von Gegenständen, verbunden ist, rekonstruierte 3D-Szenarien erforschen. Die letzten beiden Programme wurden vom italienischen Forschungsrat CNR ITABC entwickelt.

V-MUST.NET und die 18 Projektpartner bestehen aus 120 außerordentlichen Mitgliedern aus der ganzen Welt. Zur Vermarktung der Technologien nach Projektende wurde eigens ein "Competence Center" errichtet.

V-MUST.NET ist ein Europäisches Spitzenforschungsnetz für Virtuelle Museen. Das 4-jährige Projekt wird vom Siebten Rahmenprogramm der Europäischen Kommission mit 4,45 Millionen Euro finanziert. Das Projekt startete am 01. Februar 2011 und läuft bis zum 31. Januar 2015.

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