Digitale Reinigungsnachweise statt Papier: VERA-Lösung steht Unternehmen zum Testen offen
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Digitale Reinigungsnachweise statt Papier: VERA-Lösung steht Unternehmen zum Testen offen


Die chemische Industrie stellt höchste Anforderungen an die Sauberkeit von Tanks, Containern und Silofahrzeugen. Vor jeder Neubeladung müssen Transportbehälter fachgerecht gereinigt werden – bis heute überwiegend nachgewiesen durch Papierdokumente. Die Folge: Medienbrüche, manueller Verwaltungsaufwand und eingeschränkte Nachvollziehbarkeit entlang der der logistischen Prozessketten. Genau hier setzt VERA an: Die Projektpartner Fraunhofer FIT, die TALKE Gruppe und der Software-Anbieter Spherity GmbH haben gemeinsam eine digitale Lösung entwickelt, mit der Reinigungsnachweise elektronisch ausgestellt, sicher gespeichert und einfach weitergegeben werden können. Die Digitalisierung von Reinigungsnachweisen unterstützt mehr Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Effizienz entlang logistischer Prozesse. Gleichzeitig stärkt sie die Zusammenarbeit zwischen Tankreinigungsanlagen, Logistikdienstleistern, Verladern und weiteren Partnern in der Lieferkette.

Digitaler Reinigungsnachweis statt Papierdokument

Kern der Lösung ist ein digitales Reinigungszertifikat, das unmittelbar nach Abschluss einer Tankinnenreinigung erstellt wird. Fahrer, Disponenten, Kunden und Verlader können den Nachweis anschließend jederzeit digital abrufen und prüfen:
  • Fahrerinnen und Fahrer können das Zertifikat direkt nach der Reinigung digital abrufen und bei Bedarf vorzeigen.
  • Kunden haben die Möglichkeit, die nächste Beladestelle bereits vorab über die durchgeführte Reinigung zu informieren.
  • Dispositionen können jederzeit prüfen, ob die erfolgte Reinigung den Anforderungen des nächsten Transportauftrags entspricht.
Auch der Austausch wird einfacher: Statt Zertifikate per E-Mail als PDF zu versenden, genügt ein Link oder QR-Code – so steht immer die aktuelle Version zur Verfügung. Perspektivisch lässt sich der Reinigungsnachweis sogar direkt mit elektronischen Rechnungen verknüpfen und bei Rückfragen oder Reklamationen sofort einsehen.

Von der Digitalisierung profitieren nicht nur die Nutzenden des Zertifikats, sondern auch die Tankreinigungsanlagen selbst: Aufwendige Papierarchive und die manuelle Verwaltung von Dokumenten entfallen weitgehend. Alle ausgestellten Zertifikate stehen stattdessen jederzeit digital zur Verfügung und lassen sich innerhalb von Sekunden recherchieren, einsehen oder bei Rückfragen aufrufen – das reduziert den Verwaltungsaufwand, verbessert die Verfügbarkeit relevanter Informationen und unterstützt eine effizientere Dokumentation.

Fälschungssicher und jederzeit überprüfbar

Technisch werden die Zertifikate als digitale Produktpässe ausgestellt. Jedes ausstellende Unternehmen erhält eine eigene digitale Identität, jedes Zertifikat eine eindeutige digitale Kennung und wird kryptografisch signiert – vergleichbar mit einem digitalen Siegel, bei dem sofort erkennbar wird, sobald auch nur ein Detail nachträglich verändert wurde.

Die Prüfung erfolgt über einen einfachen Link oder QR-Code. Anders als bei zentralen Systemen liegen die Zertifikate dabei nicht in einer gemeinsamen Datenbank aller Marktteilnehmer: Jedes Unternehmen verwaltet seine Nachweise und digitalen Identitäten eigenständig und behält damit die Kontrolle über seine Daten. Grundlage sind offene Standards für digitale Identitäten und verifizierbare Nachweise, wie sie auch für den künftigen EU Digital Product Passport vorgesehen sind.

Die Lösung basiert auf VERA, der gleichnamigen Plattform für digitale Produktpässe von Spherity. Damit ist sie technologisch bereits auf eine vollständig dezentrale Betriebsweise vorbereitet und nicht an einen einzelnen Anbieter gebunden.

Einfache Einführung in bestehende Prozesse

Die Anwendung wurde mit dem Ziel entwickelt, sich möglichst nahtlos in bestehende Abläufe von Tankreinigungsanlagen zu integrieren – nutzbar sowohl als eigenständige Desktop-Anwendung als auch integriert in bestehende Branchensoftware. Ein wichtiger Schritt ist bereits erfolgt: Die Integration in die Software C-BANK des Ingenieurbüros Gellweiler Fischer (IGF), die in zahlreichen Tankinnenreinigungsanlagen eingesetzt wird, wird derzeit vorbereitet.

Unternehmen zum Mitmachen gesucht

Mit Abschluss der Entwicklungsarbeiten beginnt nun die nächste Phase: Die Projektpartner suchen aktiv weitere Tankreinigungsanlagen, Speditionen, Verlader und Software-Anbieter, die die Lösung in der Praxis testen möchten.

»Durch die Förderung im Rahmen des Strukturwandels war von Beginn an vorgesehen, die Projektergebnisse möglichst vielen Unternehmen zugänglich zu machen. Wir möchten deshalb weitere Anwender gewinnen und gemeinsam mit ihnen Erfahrungen sammeln, um die Lösung weiter auszubauen«, sagt Lisa Klug, Projektleiterin für VERA bei Fraunhofer FIT.

Über das Projekt VERA

VERA (Verifiable Cleaning Documents) entwickelt digitale und verifizierbare Reinigungszertifikate für die chemische Logistik. Das Projekt wird im Rahmen des Strukturwandels im Rheinischen Revier gefördert und zeigt, wie durch die Zusammenarbeit von Forschung, Softwareentwicklung und Chemielogistik innovative digitale Lösungen für die Branche entstehen können. Projektpartner sind die Alfred Talke GmbH & Co. KG, das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT sowie die Spherity GmbH.

Pressekontakt

Lena Loske, Fraunhofer FIT | lena.loske@fit.fraunhofer.de | Telefon +49 2241 143-712
Nicole Binzenbach, Alfred Talke GmbH & Co. KG ­| nicole.binzenbach@talke.com | Telefon +49 2233 599-512
Regions: Europe, Germany, United Kingdom, North America, United States
Keywords: Applied science, Computing, Public Dialogue - applied science, Technology, Business, Other transport, Chemicals

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