Kraftwerke, die für die Stromproduktion Wasser aus Bächen und Flüssen ableiten, sind spätestens ab einer Neukonzessionierung ihrer Anlagen verpflichtet, eine gewisse Abflussmenge im Gewässer zu belassen: das Restwasser. Die Energiestrategie des schweizerischen Bundesrats fordert bis 2050 einen weiteren Ausbau der Wasserkraft, daher bestehen Bedenken, dass mit der ausreichenden Abgabe von diesem Restwasser eine Produktionsminderung einhergeht. Wie hoch diese tatsächlich ausfällt – darüber gibt es sehr unterschiedliche Schätzungen. Wissenschaftlerinnen und Wissenscahftler der drei Forschungsinstitute WSL, Eawag und Universität Bern haben nun eine Datenbank erstellt mit Angaben zu den bisher verfügten Restwasserauflagen. Daraus lässt sich modellieren, wie hoch die Minderproduktion ab heute bis 2050 noch ausfallen könnte. Und es zeigt sich: Sie ist drei- bis fünfmal kleiner als bisher befürchtet. Sie liegt auch deutlich unter den hydrologisch bedingten natürlichen Schwankungen der Produktion von Jahr zu Jahr und ebenso klar unter der seit 1992 durch Neu- und Ausbauten erzielten Mehrproduktion der Wasserkraft. Die Forschenden hoffen nun, dass ihre Modellierungen auf der politischen Ebene zu einer Versachlichung der emotional geführten Dabatte über eine weitere Steigerung der in der Schwiz schon sehr stark ausgebauten Wasserkraft beitragen. News mit Anhang, Bildern und Grafik: https://www.eawag.ch/de/info/portal/aktuelles/news/datenbasierte-restwasserberechnungen/
Regions: Europe, Switzerland, United Kingdom
Keywords: Science, Life Sciences, Energy, Climate change, Public Dialogue - science, Business, Renewable energy