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News Release

Weniger Blinde

04 July 2012 Deutsches Aerzteblatt

Die Zahl der Blinden und Sehbehinderten in Deutschland ist rückläufig. Robert P. Finger und seine Koautoren stellen ihre Ergebnisse im aktuellen Heft des Deutschen Ärzteblatts vor.

Die Bevölkerungsalterung lässt eigentlich eine Zunahme von Sehbehinderungen erwarten, denn die Hauptursache für Blindheit ist in den meisten Fällen eine Alterserkrankung. So häufen sich beispielsweise die Makuladegeneration und der Anteil an diabetischen Augenerkrankungen mit zunehmendem Alter. Zur gleichen Zeit nimmt aber die Anzahl von Glaukomen oder Optikusatrophien als Ursache einer Erblindung ab. Auch die Netzhautablösung kommt seltener vor.

Mit Hilfe der Daten des Blindengeldarchivs des Landschaftsverbands Rheinland konnten die Forscher von 1978 bis 2006  die alters- und geschlechtsstandardisierte

Prävalenz von Blindheit berechnen und sie mit der Schwerbehindertenstatistik abgleichen. Anhand der Ergebnisse gelang es ihnen dann, Häufigkeitstrends der letzten drei Jahrzehnte zu formulieren.

Die Gesamtzahl der als blind Registrierten nahm im Rheinland von 10 665 im Jahre 1978 auf 15 766 in 1997 zu und blieb dann bis 2006 stabil bei 15 725. Die Prävalenz von Blindheit im untersuchten Gebiet stieg von 1978 bis 1997 und stabilisierte sich bis 2006,  was sich im Datensatz für Blindheit und Sehbehinderung widerspiegelt. Die für Deutschland standardisierte Prävalenz zeigt einen leichten Rückgang von Erblindung und Sehbehinderung ab etwa 1997.

http://www.aerzteblatt.de/archiv/127313