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News Release
Krebstherapie: Medikamente, die unter die Haut gehen
24 February 2012
Deutsches Aerzteblatt
Hautprobleme zählen zu den häufigsten Nebenwirkungen von neuen Krebsmedikamenten. Ralf Gutzmer, Medizinische Hochschule Hannover, und Koautoren fassen in der aktuellen Ausgabe des Deutschen Ärzteblattes den Wissensstand zusammen.
Die Nebenwirkungen an der Haut manifestieren sich unter anderem als Exantheme, Nagelprobleme und Hand-Fuß-Syndrome. Bei der Substanzklasse der Multikinaseinhibitoren zeigen sich bei bis zu 34 Prozent der Patienten solche kutanen Nebenwirkungen. Bei den selektiven Kinaseinhibitoren wie den Blockern des epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors (EGFR) und des mutiertem BRAF-Gens sind sogar bis zu 90 Prozent und bei den Immuntherapeutika wie zum Beispiel CTLA-4-Antikörpern bis zu 68 Prozent der Patienten betroffen.
Diese Nebenwirkungen können sich wegen ihrer Schwere, Schmerzhaftigkeit oder der psychischen Belastung aufgrund der Lokalisation an sichtbaren Körperstellen auf die Therapiebereitschaft der Patienten auswirken. Sie können aber auch mit dem Ansprechen auf die Therapie assoziiert sein, wie etwa bei den EGFR-Inhibitoren.
Die frühzeitige Erkennung und Behandlung der kutanen Nebenwirkungen ist für die erfolgreiche Durchführung medikamentöser Tumortherapien entscheidend. Dazu ist einerseits der primär behandelnde Arzt gefordert und andererseits eine intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit unter Einbeziehung von Dermatologen notwendig.
http://www.aerzteblatt.de/archiv/122752/Kutane-Nebenwirkungen-von-neuen-medikamentoesen-Tumortherapien-Klinik-und-Management